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Museum Kloster Asbach
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“Vom Akt zum Fresko” - Joseph Schöpfs Decken- bilder für die Klosterkirche Asbach und ihr Entwurfsprozeß. Der Tiroler Maler Joseph Schöpf (1745-1822) gilt als einer der interessantesten Künstlerpersönlich-keiten des Frühklassizismus.
Aus einem noch dem Barock verhafteten Umfeld heraus entwickelt sich Schöpf als Schüler von Martin Knoller und später der römischen „Accademia del Nudo“ zu einem der gefragtesten Freskanten und Tafelbildmaler seiner Zeit in Tirol und Süddeutschland.
Eine Besonderheit: sein im Stift Stams bei Innsbruck verwahrter Nachlass ist in einmaliger Vollständigkeit überliefert.
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Cesio, Girard Audran, Johann Georg Bergmüller, Johann Daniel Preißler u. a. gefertigt. Andere zeigen virtuose Architektur- und Perspektivübungen. Zahl-reiche Zeichnungen widmen sich antiken Werken wie der Laokoongruppe, dem Borghesischen Fechter, dem Apoll vom Belvedere oder der Mediceischen Venus.
Nach Arbeiten Raffaels, Correggios, Michelangelos, Renis, Poussins oder der Carracci, aber auch nach Mengs, Maron oder Füger sind viele weitere Blätter kopiert. Ein überaus großer Komplex ist schließlich als akademische Übung vor dem lebenden Modell zu identifizieren. Neben den Zeichnungen gehören mehr als 200 Ölbilder, 600 Druckgraphiken, kleinformatige Figurenabgüsse und eine 27bändige Kunstbibliothek zum Nachlass.
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Prägend wurde für Schöpf ein siebenjähriger Aufenthalt in Rom ab 1775: Als Stipendiat des Habsburger Kaiserhauses studierte er hier an der „Accademia del Nudo“. Mehrere Aufträge für Altarbilder und Fresken fallen in diese Zeit, unter anderem die Ausmalung der Sakristei der Wallfahrtskirche in Genazzano bei Rom. 1782/83 kehrte Schöpf nach einer Erkrankung auf ärztlichen Rat nach Tirol zurück.
1784 wurde er mit der Ausmalung der Klosterkirche Asbach betraut. Zahlreiche Aufträge für Fresken und Tafelbildwerke in Nord- und Südtirol folgten. 1810 würdigte der Münchner Generalinspektor Georg von Dillis Schöpf als „ersten damaligen Freskomaler“ in Tirol. Anfang September 1822 vermachte Schöpf seinen künstlerischen Nachlass dem Stift Stams.
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Am 15. September 1822 verstarb er in Innsbruck.
Das Akademiestudium in Rom von 1775 bis 1782: Das Modellzeichnen als Grundlage systemati-schen Arbeitens Leitgedanke der Akademien war, dass jede künstlerische Tätigkeit verstandesmäßig begründet und deshalb auch nach festen methodischen Regeln erlernbar sei.
Das Studium wurde mit Einführungen in verschiedene Wissenschaftszweige - beispiels-weise in die Meßkunst, Perspektivlehre, klassische Architektur, Ikonographie, Anatomie, Altertumskunde, Kunstgeschichte und Kunsttheorie - begonnen. Charakteristikum akademischer Bildung wurde aber das permanente praktische Üben, konkret: das
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„Zeichnen“, das als Grundprinzip des akade-mischen Lernens und der akademisch gegründeten Künstlertätigkeit galt. Als ideales Zeichenobjekt wurde vor allem der nackte Mensch gesehen.
Die Zeichenpraxis lernten die Studierenden in verschiedenen Klassen. In der ersten Stufe arbeitete man zunächst nach zweidimensionalen, gedruckten oder gezeichneten Vorlagen. Zunächst wurde dabei nur das Detail behandelt, später erst die ganze menschliche Gestalt. Auch komplette Kompositionen berühmter Maler kopierte man in der Anfangsstufe.
In der zweiten Klasse wurde nach plastischen Vorlagen gezeichnet. Erst wer die Darstellung des
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Dreidimensionalen beherrschte, wurde zum Zeichnen nach dem lebenden Modell zugelassen. Vor allem der nackte menschliche Körper wurde unablässig thematisiert. Das andere große Thema der Akademieschulung war die bekleidete Gestalt, die freilich die korrekte Erfassung des nackten Körpers voraussetzte.
Den Hintergrund für das schließlich unablässig geübte Modellzeichnen bildete der Denkansatz, dass in jeder künstlerischen Arbeit die überzeu-gende Darstellung nur mit systematischem Vorgehen entwickelt werden könne. Zum üblichen Verfahren gehörte es damit für den Akademiker, jedes Figurenbild durch Modellsitzungen zeichner-isch vorzubereiten und jede im Gemälde auftre-tende Person zunächst unbekleidet zu erfassen.
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Die Lehre des Klassizismus: Das Prinzip der Auswahl und das Vorbild der Antike Den Grund, warum Schöpf nach Rom ging, bot vor allem die Person des Anton Raphael Mengs (1728 – 1779). Mit Mengs als Leiter bildete das Institut die Spitze der damals in Europa modernen klassizistischen Kunstströmung.
Zudem wurden Italien und Rom als idealer Ort des Studiums empfunden. Seit Johann Joachim Winckelmann (1717 - 1768) - dem zweiten großen Protagonisten des Klassizismus - galt, dass „das Schöne in der Kunst anderwärts nur einzeln sei und dass die Empfindung desselben allein in Rom ... verfeinert werden könne.“
Nicht das in der Realität Vorgefundene unmittelbar
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wiederzugeben, war das Ziel des klassizistischen Künstlers, sondern, „das, was man mittels der Einbildungskraft und nicht mit den Augen erschaut. Es besteht daher das Ideal in der Malerei in der Wahl der schönsten Dinge, in einer von allen Unvollkommenheiten befreiten Natur“ (A. R. Mengs).
Maßstäbe bot vor allem die Antike. Nach ihrem Vorbilde machten „edle Simplicität, Wahrheit, stille Größe, ungezwungener, aber feiner Ausdruck, leichter Umriß der Figuren und vornehmlich korrekte Zeichnung den Karakter des wahrhaft Schönen, des Erhabenen in der Kunst aus“ (Anweisung an die österreichischen Akade-miestipendiaten, 1776). Neben der Antike selbst aber waren es die großen italienischen Künstler des 16. Jahrhunderts, die interessierten.
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In ihren Werken sah man die Prinzipien klassischer Kunst bereits vorbildlich verarbeitet. Zu Schlüsselfiguren wurden Correggio (1490 – 1534) und Tizian (1489/90 – 1576), besonders aber Raffael (1483 – 1520) und verschiedene Künstler aus der Barockeit, die sich nach Meinung der Theoretiker in besonderer Weise ausgezeichnet hatten.
Die Klosterkirche Asbach als Bau des Frühklassizismus “...ein Pracht von einen herrlich, und geschmak-vollen Templ Gottes...” (Lokalkommissär Eder, 1803).
Anlaß für die Planungen eines Neubaues gab die Baufälligkeit der bestehenden Klosterkirche.
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Bauherren waren Abt Maurus III. Wimmer (1752 – 1773) und sein Nachfolger Abt Rupertus Feigele (1775 - 1787). Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1772 und zogen sich über viele Jahre hin. Die Ausstattung war erst 1787 zu einem gewissen Grad vollendet.
Als Architekt wird der Oberbaumeister des Münchner Hofes, François Cuvilliés d. J., vermutet, der als entschiedener Verfechter der frühklas-sizistischen Architektur in Bayern bekannt war. Ihm dürfte Ignaz Brechler als Palier zur Seite gestanden haben, der schließlich auch nach dem Tode Cuvilliés´ d. J. Anfang 1777 als neuer Baumeister übernommen wurde. Der moderne Anspruch, mit dem Kloster und Baumeister das Projekt betrieben, war schon Zeitgenossen erkennbar.
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Die Architektur folgt noch dem barocken Typus einer Wandpfeilerkirche, interpretiert das Thema aber neu: Der Saalraum ist weit dimensioniert, gleichmäßig gestaltet und ohne Steigerungen strukturiert. Weder die Anräume noch die ruhig gespannten Tonnenwölbungen erzeugen dynami-sche Effekte. Als klassische Details wirken die mit ionischen Pilastern besetzten Wandpfeiler und das deutlich ausgeprägte Gebälk mit Zahnfries.
Für den Raumeindruck bestimmend ist die weitere, vom Freskanten übernommene Behandlung der Architektur. Sie stützt die vom Architekten be-absichtigte Wirkung. Die Dekoration bleibt in der Farbigkeit kühl und in der Ornamentik zurückhaltend, die Ausführung als fingierter Stuck beruhigt die Oberflächen.
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